Florenz

Ich befand mich bei dem Gedanken, in Florenz zu sein, und durch die Nähe der großen Männer, deren Gräber ich eben gesehen hatte, in einer Art Ekstase. […] Als ich Santa Croce verließ, hatte ich starkes Herzklopfen; in Berlin nennt man das einen Nervenanfall; ich war bis zum Äußersten erschöpft und fürchtete umzufallen. – Stendhal, frz. Schriftsteller

Die gute Nachricht: Das als Stendhal-Syndrom bekannt gewordene Kranheitsbild, das sich unter anderem durch Reizüberflutung und Ermüdung bemerkbar macht, hat mich nicht erwischt. Da ich in den letzten Tagen bereits in Rom, Neapel, Pompei und Bologna war, ist Florenz leider nur eine weitere – wenn auch zugegebenermaßen imposante – italienische Stadt. Wie bereits in den anderen Städten, säumen großartige Statuen die Plätze vor unzähligen Kirchen und Palazzi.

Allein die Liste der Einwohner Florenz’ liest sich wie ein Who-is-who der bedeutenden Persönlichkeiten des Mittelalters:

Daher ist es nicht verwunderlich, dass Florenz über Jahrhunderte als Zentrum der Kunst galt. Auch heute noch, steht zum Beispiel die Statue des David von Michelangelo (als Kopie) neben den Uffizien, einen Steinwurf entfernt findet man in einer Freiluft-Gallerie noch knapp 20 weitere Statuen aus der Zeit um 1500.

Stendhal fühlte sich übrigens damals wie ein Verliebter und genoss die „angenehmen Sensationen“, zeigte sich in seiner Schilderung aber gleichzeitig bestürzt über seinen Erschöpfungszustand. Erschöpft war ich auch. Allerdings nur, weil ich die gesamte Altstadt zu Fuß abgelaufen bin.

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